Healthy Living

Diät oder Ernährungsumstellung?

Die Frage müsste eigentlich anders gestellt werden, denn auch eine Diät ist ja letztlich eine Ernährungsumstellung. Sie ist allerdings zeitlich begrenzt und dabei meist ebenso experimentell wie radikal; eine langfristige Ernährungsumstellung hat hingegen zum Ziel, den Aspekt „Gesundheit“ praktikabel und vor allem dauerhaft attraktiv in die tägliche Ernährungs- und Lebensweise zu integrieren.

Kann denn eine gesundheitsbewusste Lebensweise wirklich attraktiv sein?
Das fragen sich viele Menschen, wenn sie von Übergewicht, Allergien oder anderem Unwohlsein veranlasst feststellen, dass sich nun wirklich „etwas ändern“ muss – auch wenn es schwer wird.
Aber was genau soll sich ändern? Die Hoffnungen und Wünsche sind weitreichender, als nur ein paar purzelnde Pfunde. Es geht um Selbstbestimmung, um körperliche Freiheit, um eine neue Chance auf vieles, was man bisher außer Reichweite glaubte, es geht um die Verwirklichung persönlicher Lebensziele. Kann eine Diät das leisten?

Die wirklich unzähligen Varianten, die man heute nachschlagen und ausprobieren kann, erstrecken sich inhaltlich über beinahe alles Vorstellbare. Vom absoluten Verzicht auf feste Nahrung über strenges Kalorienrechnen bis hin zu speziellen Shakes, mal ist es der Verzicht auf Eiweiß, Kohlenhydrate oder Fleisch – dann wieder der überdimensionale Verzehr desselben – kurz, mit jeder (oftmals gescheiterten) Diät verstärkt sich beim Anwender/der Anwenderin das Gefühl einer gewissen Beliebigkeit, bis nur noch Resignation bleibt und Übergewicht oder andere Beschwerden als unbezwingbar hingenommen und/oder dauerhaft Medikamente gegen die Symptome eingenommen werden. Leider beginnt so oft der Weg in ein eher abhängiges als freies Leben. Ein zufriedenes Körpergefühl geht verloren und hinzu kommen nun auch noch eventuelle Nebenwirkungen oder neue Beschwerden.
Das Vertrauen in die Stärken des eigenen Körpers kann und sollte lange vorher gefunden und bewahrt werden – und das geht meistens nicht, ohne sich auch den ernährungsunabhängigen Lebenswandel genauer anzusehen und die psychischen Auslöser für eine ungesunde Ernährung zu beseitigen.
Dann aber ist der Weg frei für das Wunder an Kraft und Wohlgefühl, das der Körper im Stande ist, aus sich selbst heraus zu generieren.

Konzepte wie vegetarische, vegane oder die an der Steinzeit („Paleo“) orientierte Ernährung sind meist auf eine gewisse Langfristigkeit angelegt. Das gilt auch für die Umstellung auf Roh- oder Trennkost und die Substitution durch „Grüne Smoothies“, ein Trend, der vor allem durch die Überzeugungskraft zahlreicher, blendend aussehender Stars aus den USA zu uns gelangt ist.
Bei solchen Konzepten sollte man sich zuvor immer informieren, ob die Ernährungsweise zur Einseitigkeit neigt – denn diese ist bei langfristiger Anwendung der Haken. Wer viel Gemüse zu sich nimmt sollte beispielsweise darauf achten, dass es möglichst frei von Düngemittel- und Pflanzenschutzrückständen ist, da diese sonst in gesundheitsschädlicher Menge augenommen werden. Der Verzicht auf tierisches Eiweiß muss einen Ausgleich durch pflanzliche Eiweiße finden, um nicht zu heftigen Mangelerscheinungen zu führen. Besondere Vorsicht ist bei sogenannten „Ersatzprodukten“ geboten. Was ein Stück Fleisch oder Käse imitieren soll, enthält oft ungesunde Mengen umstrittener Bestandteile wie z.B. Weizeneiweiß oder Soja aus genveränderten Pflanzungen.

Der menschliche Organismus kooperiert seit sehr langer Zeit mit dem Nahrungsangebot der Natur und in dieser Beziehung sind feste Regeln entstanden, die wir auch heute nicht ignorieren oder „überlisten“ sollten – meistens ist dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt.
Bestimmte Nahrungsmittel (bzw. Zubereitungsformen) sind immer schädlich für den Körper – eine Woche lang, 10 Wochen lang und auch 10 Jahre lang. Fettige Pommes Frites, Eiscreme, zuckerhaltige Getränke – die Genuss-Fallen sind inzwischen hinlänglich bekannt.
Auf der anderen Seite gibt es Lebensmittel, die für den Körper (mit Ausnahme bestimmter Stoffwechselkonstitutionen) nahezu uneingeschränkt gut sind – und das während einer Woche, während 10 Wochen und auch 10 Jahre lang.
Diese Grundlagen gesunder Ernährung zu berücksichtigen kann also – wenn man den Verstand bemüht – keine kurzfristige Angelegenheit sein.

Die Ernährung nach NATURVEDA legt als langfristiges Konzept (ebenso wie als speziell intensivierte Kur) einen besonderen Augenmerk auf folgende Punkte:

  • Reduzierung von Einflüssen aus Nahrung und Lebenswandel, die schaden können
  • Verwendung natürlicher und besonders aktiver Nahrungsmittel und Gewürze wie z.B. frische Kräuter und Gemüse
  • Vielseitigkeit & leicht verdauliche Kombinationen bei der Zusammenstellung jeder Mahlzeit
  • Reinigung und Stärkung einzelner Körper-Systeme wie z.B. des Darmes

Was für Sie an dieser Stelle vielleicht auch schon wieder nach einem strengen, beschwerlichen Programm klingt, soll Sie aber nicht verunsichern. Es ist realistisch und zu respektieren, dass die allermeisten Menschen die ein oder andere ungesunde Angewohnheit haben, die sie persönlich als unverzichtbar empfinden. Das Bier am Abend, der Kaffee am Morgen, das Eis im Urlaub, die Torte am Sonntag, der Burger nachts auf der Autobahn … Sie kennen das. Entscheidend ist, ob man sich damit wohlfühlt und wenn ja, ob es – wenn man ehrlich ist – leise Anzeichen dafür gibt, dass der Körper doch mit dem Ernährungsstil zu kämpfen hat.

Ich sprach zu Beginn des Textes davon, eine gesunde Lebensweise attraktiv zu machen, und darauf möchte ich nun zurückkommen.
Eine Ernährungsumstellung ist für ca. 2-4 Wochen genau das, wonach es klingt: eine Umstellung.
Vieles wird sich ändern, vieles werden Sie neu ausprobieren müssen und vielleicht das eine oder andere schmerzlich vermissen. Aber nach diesen wenigen, spannenden Wochen werden Sie etwas Eindrucksvolles bemerken: aus der Umstellung ist etwas Neues entstanden, eine neue Ernährungsweise und -gewohnheit.
Ich möchte das Raupen-Schmetterlingsbild ungern strapazieren, aber es ist tatsächlich so, dass sich essen und Ernährung anders anfühlen werden. Ein entlasteter Stoffwechsel führt unabänderlich zu einem allgemeinen Wohlgefühl und damit einer inneren Ausgeglichenheit, mit der Sie den alten „Gelüsten“ entspannt die Stirn bieten können. Was Sie jetzt gewonnen haben, wird Ihnen so viel wertvoller sein, als ein Stück Torte! Und was Ihnen während der ersten Wochen als schwierig und mühsam erschien, wird zur Selbstverständlichkeit geworden sein, das Bedürfnis, zu den alten Gewohnheiten zurückzukehren dagegen verschwindend gering.

Daher kann und möchte ich Sie nur ermutigen, die ersten Wochen durchzuhalten und darauf zu vertrauen, dass es jeden Tag leichter wird.

Eine gute Ernährungsberatung wird sich an Ihre aktuellen Lebensgewohnheiten anpassen und sie so in die Umstellung hineinführen, dass sie für Sie umsetzbar ist und die Ziele erreichbar sind. Eine Ernährungsumstellung sollte nicht zu Stress führen – weder durch Hungern noch durch den radikalen Verzicht auf alles, was Ihnen bisher lieb war. Langjährige Gewohnheiten haben oft einen ganz individuellen Hintergrund und sollten mit Geduld verändert werden. So kann es bereits ein Erfolg sein, z.B. den täglichen Kaffeekonsum um die Hälfte zu reduzieren und mehr Wasser zu trinken.

Die Ernährung umzustellen, bedeutet, mit dem Körper eine Reise zu unternehmen – die Landschaft um Sie herum verändert sich kontinuierlich, bis Sie schließlich an Ihrem Wunschziel ankommen.

Genießen Sie die schönen (Erfolgs-)Momente auf diesem Weg und lassen Sie sich nicht von einem Regenschauer abhalten, weiterzureisen. Ihr Ziel ist es unbedingt wert!!

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